#10 Und vieles ändert sich

In Toulouse hatten wir ja eine Woche mit viel Regen und dann spielten wir im Zentrum. Das Gefühl mit den Leuten war sehr schön – aber finanziell war es nicht ganz so erfolgreich. Und das liegt wohl nicht nur an uns – auch andere hatten wohl nicht so viel Erfolg mit Straßenkunst. Frankreich ist als Staat sehr bereit für Künstler zu zahlen und daher gehen das Publikum eher davon aus, dass für die Künstler wenigstens eine Grundversorgung vorliegt. Ergo müssen sie nicht dafür zahlen, sondern können es einfach genießen. Naja – nicht so gut für uns.

Jedenfalls wenn es direkt um das Auf-der-Straße-Geld-verdienen geht. Andererseits gibt es viele Circusschulen wie Fantasia in Rostock. So im Umkreis von 50 km von Toulouse gibt es mindestens 20 verschiedene. Also eine E-Mail an alle mal schreiben und nach eventuellen Projekten in der nahen Zukunft fragen. Das war nicht so schwer und dann kamen von mindestens 5 verschiedenen positive Antworten. Bei zweien ging es um ein paar Ferienprojekte im Herbst und Winter. Bei einem in Toulouse-Montaudran sind es zwei Kurse jeweils am Samstag und ganz überraschend tat sich in Montauban (ca 50 Kilometer nördlich von Toulouse) beim Circus „Boîte à malice“ (zu deutsch: Trickkiste) eine 20-Stunden-Stelle mit ein paar Kursen und eventuellen Ferienkursen.

Nach einem Besuch der Kurse in Montaudran und einem Interview an diesem Mittwoch in Montauban sieht es nun so aus, dass wir den Herbst-Winter-Frühling – also eigentlich bis Juni – hauptsächlich in Montauban, Toulouse und Umgebung verbringen werden. So haben wir für die Zeit eine Sicherheit und können zumindest bei Boîte à malice auch in der Halle trainieren. Und hoffentlich ergeben sich auch Möglichkeiten aufzutreten hier in der Gegend 🙂

Der Weg nach Montauban

Zwar ist Montauban nicht so weit weg von Toulouse, aber im Van kann man sich ja trotzdem Zeit lassen und so haben wir auf dem Weg zum Interview (der sich auf 2 Tage streckte, weil wir konnten) noch ein paar schöne Orte besucht. Zum einen Villemur-sur-Tarn, einem kleinen alten Städtchen an der Tarn (wie der Name schon sagt :-))

Und dann zu einem Stausee, Lac du Gouyre, der nun gar nicht auf dem Weg lag. Aber beim Van-Life guckt man manchmal vielleicht nicht ganz richtig auf die Karte 😀

Nach dem positiven Interview in Montauban hieß es noch warten und wir hatten zwei-einhalb Tage Zeit. Und wir wollten einerseits bouldern und andererseits gab es Bedarf an billigem Tabak. Also los

Andorra und Targassonne

Andorra, Ort des billigen Tabaks (zum Vergleich: eine Packung kostet 3,95 € in Andorra und 14,70 € in Frankreich). Da wir mit zwei Personen legal 10 Packungen mitnehmen durften sparte eine Person von uns dadurch über 100€ mit dieser Fahrt und die Tankkosten für die Fahrt waren darunter. Also Check: Kosten sinnvoll.

Nun sind wir aber erst nachmittags losgekommen, rund um Toulouse Stau und unser Gefährt nicht das schnellste den Berg hoch. Also kamen wir erst kurz vor 22 Uhr in Andorra an – tote Hose. Die meisten Tankstellen zu – oder nur mit Automat – sprich kein Tabak. Also mussten wir den Abstieg Richtung Andorra-Stadt ziemlich weit nehmen und dann wieder zurück hoch den Berg. Da war es schon kurz vor Mitternacht und ziemlich kalt – sind halt die Pyrenäen und der höchste Punkt auf der Straße über 2200 m hoch.

Aber dann schnell „runter“ nach Targassonne, ein Bouldergebiet nicht unweit von Andorra an der spanischen Grenze. Das war dort auch sehr schön zu klettern, wenn es draußen halt doch ganz anders ist als in der Halle 🙂

Auf dem Rückweg musste der Zugnerd von uns beiden unbedingt bei Regen noch zum Bahnhof „Latour-de-Carol – Entveitg“, weil dieser als einer der wenigen in Europa drei verschiedene Spurweiten hat: Schmalspur, Normalspur (wie in Frankreich und Deutschland) und iberische Breitspur für Spanien. Leider fuhren wegen Bauarbeiten keine der Züge, aber es standen ja wenigstens alle drei für das Bild Pose:

Und danach brauchte der neu entdeckte Häkel-Nerd erstmal eine Menge Häkelgarn aus dem Baumarkt. Watte zum Ausstopfen gab es da nicht – dafür aber im Supermarkt gegenüber. Und so wurde auf der Rückfahrt weiter fleißig gehäkelt – im Schein der Kopflampe 🙂

Und anderer Quatsch

Wenn es Suppe gibt, die nicht leer wird und dann will man trotzdem mit dem Zuhause unterwegs sein. Lösung: Panzertape 😀

Auf den Straßen sahen wir natürlich auch mal wieder seltsame Sachen. Zum anderen

  • Kreisverkehre, die in der Mitte eckig sind;
  • ein Kreisverkehr mit einer Parkbucht in der Mitte;
  • ein Zebrastreifen, der im Graben und auf einer Straße endet:

Experimentelle Fotos im Spiegel:

Und zu guter Letzt ein Portrait-Foto von Amy. Tschüss und bis bald aus Toulouse und Montauban.

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